Kreisgruppe Dortmund

Weiterbau der OWIIIa wäre Frevel an der Natur

27. September 2020

Bürgerinitiative lud zur städteübergreifenden Radtour in Dortmund und Unna/Kamen

Die Radtour führte uns von Dortmund nach Unna/Kamen  (Wilhelm Auffahrt)

Über 70 Radlerinnen und Radler waren der Einladung der Bürgerinitiative Schützt unseren Freiraum (BISuF) zu einer städteübergreifenden Radtour entlang der geplanten Trasse der Landesstraße L663n/OWIIIa gefolgt. Gestartet wurde an der S-Bahn-Station Unna-Massen, wo Norbert Roggenbach (BISuF) auch die begleitende Polizei aus Unna begrüßte. Von dort ging es zum Naturschutzgebiet Wickeder Ostholz, wo die Trasse direkt am Waldrand mit Feuchtgebiet und über einen Reiterhof führen würde. Thomas Quittek (BISuF und Sprecher des BUND Dortmund): „Die OWIIIa würde nicht nur das Naturschutzgebiet massiv beeinträchtigen, sondern auch die Existenz mehrerer Reiterhöfe bedrohen.“

Weiter ging es zum Massener Bach, wo Andreas Förster vom NABU Unna auf die hohe Bedeutung dieses renaturierten Bachlaufes für die Tier- und Pflanzenwelt hinwies. Hier kommt u.a. der seltene Gelbspötter vor. 

Nach Unterquerung der Autobahn A1 erreichten die Radler auf der zum Teil bereits fertiggestellten Trasse der Westtangente das Logistikzentrum am Kamener Karree. Dieses soll zusammen mit anderen Gewerbegebieten nach dem Wunsch der Mehrheitsfraktionen in Kamen und Unna über die OWIIIa an die Dortmunder Logistikzentren angebunden werden. Wilhelm Auffahrt (BISuF): „Die OWIIIa würde erheblichen Schwerlastverkehr von und zu den Logistikzentren auf der Westfalenhütte und dem Hafen in Dortmund hereinführen. Demgegenüber sind die Entlastungseffekte für den Hellweg nur marginal.“ 

Passanten entlang der Strecke waren erschrocken, als sie erfuhren, dass ihre ohnehin schon eingeengte Landschaft durch eine neue Straße zerschnitten werden soll. Wie die Bürgerinitiative erfuhr, seien auf Unnaer Seite bereits Grundstückseigentümer enteignet worden, obwohl noch gar kein Planrecht bestünde.

Ziel der Tour war die Gaststätte „Bauer Brune“, wo sich die Teilnehmer bei Reibekuchen versprachen, dieses Straßenbauprojekt aus der „planerischen Mottenkiste“ auch weiterhin zu verhindern. Rückendeckung hat der Widerstand durch die Vereinbarung von Grünen und CDU in Dortmund für einen Planungsstopp für die nächsten fünf Jahre erhalten. 

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