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Kreisgruppe Dortmund

Jetzt zum Ökostromanbieter wechseln!

 (BUND Dortmund)

Wir stellen hier unseren Strompreisrechner (Stand: 1.2.2020) zum Download bereit, der nachweist, dass die Tarife der von den Umweltverbänden empfohlenen "echten" Ökostromanbieter (Naturstrom, EWS SchönauGreenpeace Energy etc.) keinesfalls teurer sein müssen als die der Dortmunder Energie und Wasser (DEW21). Die Anbieter erfüllen die harten Ökokriterien (Anm.: Lichtblick wird von Robin Wood nicht mehr empfohlen, s. unten): 

(1) Der Ökostrom muss zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen (Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse, Biogas und Geothermie) stammen. Kritisch ist, wenn das Ökostrom-Angebot eines Stromversorgers nicht auf direkten Lieferbezügen, sondern auf dem Einkauf von Zertifikaten basiert. Hier sind in erster Linie die umstrittenen RECS-Zertifikate zu nennen, bei denen das Alter der stromerzeugenden Anlagen oder besondere ökologische Anforderungen, wie der Schutz der umgebenden Natur, nicht berücksichtigt werden.

(2) Der Ökostromanbieter muss den Bau neuer grüner Erzeugungsanlagen direkt fördern, z.B. indem Teile des Gewinns in den Bau neuer umweltfreundlicher Kraftwerke fließen, denn mit alten Wasserkraftwerken ist eine echte Energiewende kaum zu schaffen.

(3) Es ist darauf zu achten, dass der Versorger den Strom "zeitgleich" und nicht nur "mengengleich" einspeist. Bei "mengengleicher" Vorsorgung  bekommt der Kunde in Spitzenzeiten auch einen gewissen Anteil Strom von unbekannter Herkunft, selbst wenn der Versorger in seinem Strommix z.B. „100% Wasserkraft“ angibt.

(4) Der Ökostromanbieter muss vollkommen unabhängig von anderen Unternehmen sein, die in Geschäfte mit Atomstrom oder anderen klimaschädlichen Technologien involviert sind.

Anders als bei Bio-Lebensmitteln gibt es auf dem Öko-Strommarkt kein staatliches Label mit verbindlichen Kriterien. Das vom BUND, NABU und anderen Umweltorganisationen anerkannte Gütesiegel "Grüner Strom" (s. Merkblatt) ist neben dem OK-Power-Label des Vereins Energievision am ehesten empfehlenswert. Der Ökostrom der DEW21 ist zwar vom TÜV Nord zertifiziert, kommt aber schon deshalb nicht in Frage, weil Inogy SE (früher: RWE) zu fast 40 % an DEW21 beteiligt ist und der Strommix immer noch 25 % Kohle- und 6,3 % Atomstrom enthält.

Stromtarife, die mit den beiden o.g. oder vergleichbare Gütesiegeln ausgestattet sind, werden vom Öko-Institut in Freiburg in seine EcoTopTen-Liste aufgenommen. Die Zeitschrift Öko-Test unterzieht die Ökostromangebote jedes Jahr in ihrer Spezialausgabe "Umwelt und Energie" zusätzlich einer strengen Prüfung. In der letzten Ausgabe September 2018 wurden von 30 Tarifen 15 abgewertet, weil die Anbieter auch konventionellen Strom in ihrem Portfolio haben oder mit Unternehmen verflochten sind, die diesen Strom produzieren oder anbieten.

Übrig blieben 15 Tarife, die von Öko-Test mit "sehr gut" bewertet wurden. Neben den bekannten Anbietern Naturstrom, Greenpeace Energy und EWS Schönau sind dies folgende: BayWa, Bürgerinitiative Umweltschutz, Bürgerwerke, Fair Trade Power Deutschland, Ökostrom+ (Heidelberger Solidarstromer, Ökostromer Edingen-Neckarhausen, Schriesheimer Ökostromer, Klimaschutz+ Energiegenossenschaft), Enspire EnergieMann Naturenergie, Polarstern, ProEngeno, Prokon, Savero, Solidarische Ökonomie Bremen, Stadtwerke Müllheim Staufen.

Empfehlenswert ist auch ein Blick in die Utopia-Liste. Aktuell (Januar 2020) werden dort 7 Anbieter empfohlen (neben den o.g. vier Anbietern noch Bürgerwerke, Mann Naturenergie und Polarstern).

Robin Wood empfiehlt in seinem Ökostromreport 8 Anbieter (Bürgerwerke, EWS Schönau, Greenpeace Energy, GrünPower, Mann Strom, Naturstrom,  Ökostrom+ und Polarstern). Lichtblick ist nicht mehr dabei. Robin Wood begründet das Ausscheiden mit der Übernahme durch die Niederländische Eneco-Gruppe Ende 2018. Eneco betreibt Gaskraftwerke und handelt mit Graustrom und das widerspreche den von Robin Wood angesetzten Kriterien. Hinzu komme, dass Lichtblick auch dem Kriterium der Zusätzlichkeit nicht in ausreichendem Maße entspreche. Dieses verlangt, dass mindestens 33 Prozent der genutzten installierten Kraftwerksleistung aus Anlagen stammt, die höchstens zehn Jahre alt sind, oder dass der Anbieter die Energiewende mit einem Mindestbetrag von 0,5 Cent pro verkaufter Kilowattstunde fördert.

Das Dortmunder Bündnis DEW-kommunal veröffentlicht darüber hinaus jedes Jahr ein Merkblatt zum Stromanbieterwechsel (Aktuelle Ausgabe 10/2018)

Das Wechseln geht unkompliziert und schnell. Haben Sie Ihre Lieferanfrage gestellt, kündigt das gewählte Unternehmen in der Regel Ihren alten Vertrag für Sie. Sie brauchen nichts weiter zu unternehmen. Warten Sie auf die Bestätigung Ihrer Lieferanfrage. In dem entsprechenden Schreiben steht, an welchem Tag der Ökostromvertrag anläuft. Am Tag davor sollten Sie Ihren Stromzähler ablesen und den Wert Ihrem Netzbetreiber und sicherheitshalber auch dem neuen Versorger melden.

Ökogas und Biogas - Welche Tarife sind wirklich grün?

Bio- bzw. Ökogas bewegt sich noch in einer kleinen Nische. Die ökologische Beurteilung ist nicht einfach, da die Randbedingungen zur Erzeugung des Biogases entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. Im Gegensatz zum Ökostrom bietet der Markt an Siegeln kaum etwas an (u.a. Grünes Gas-Label und TÜV Nord). 

Biogas entsteht mittels Bakterien bei der Vergärung von organischem Material. Es besteht zum Hauptanteil aus Methan sowie Kohlendioxid und in kleineren Mengen aus Wasserstoff, Schwefel und anderen Bestandteilen. Um dieses Rohbiogas in das Erdgasnetz, welches bei H-Gas einen Anteil von 90 Prozent an Methan besitzt, einspeisen zu dürfen, muss es zum sog. Biomethan aufbereitet werden, damit es den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Es ist somit nur ein Beigemisch zum herkömmlichen Erdgas. Informationen können dem Biogasregister Deutschland entnommen werden. Als organisches Material zur Erzeugung von Biogas werden als Hauptbestandteil nachwachsende Rohstoffe zumeist Mais, Weizen, Grasschnitt sowie tierische und pflanzliche Reststoffe z.B. Gülle und Waldrestholz eingesetzt.

Die ökologische Beurteilung des Biogases hängt zum einen davon ab, in welcher Weise der nachwachsende Rohstoff  angebaut wird, da hier keine Bioanbauanforderungen bestehen. Zum anderen wie weit das Material zur Biogasanlage transportiert werden muss. Nachhaltiges Biogas kommt ohne Verwendung von gentechnisch veränderter Biomasse oder Gülle aus und wird maximal 50 km transportiert. Es gibt nur wenige bundesweite Anbieter, nämlich EWS-Schönau, Naturstrom, Lichtblick und Polarstern. 

Viele Versorger bieten als Alternative zum "echten" Biogas sog. Öko- oder Klimagas an. Hierbei handelt es sich um reines Erdgas. Die Anbieter gleichen die bei der Erdgasverbrennung beim Kunden entstehenden Treibhausgasemissionen durch Klimaschutzprojekte (z.B. Wiederaufforstung in Schwellenländern) aus ("Klimaneutrales Gasprodukt"). Ein echter Umweltgewinn in Deutschland ist damit nicht verbunden.

Der BUND Dortmund stellt einen Vergleichsrechner für Gastarife als Excel-Tabelle bereit, in dem die Biogastarife Greenpeace Energy, Polarstern, Bürgerwerke, Naturstrom, EWS Schönau und Enspire mit den Erdgastarifen der DEW21 verglichen werden. Dabei zeigt sich, dass die Preise der Biogasanbieter nicht höher sind als die Erdgastarife der DEW21.

Die Ökogasanbieter unterscheiden sich im Anteil Biogas. Die Bürgerwerke, Naturstrom AG und EWS Schönau bieten drei Tarife mit unterschiedlichen Biogasanteilen an. Greenpeace bietet einen Windgas-Tarif an, der durch überschüssige Windstromerzeugung mittels Elektrolyse Wasserstoff produzieren soll, der ins Erdgasnetz eingespeist wird. Hierbei ist ein 0,4-Cent-Förderbeitrag für den Ausbau der Windgas-Technologie enthalten. Bis Windgas ins Netz einspeist werden kann, bezieht der Gaskunde zunächst reines Erdgas.

Kritik an DEW21-Stromtarifstruktur

Kritik an den neuen Stromtarifen der DEW21 äußerten wir gemeinsam mit Akoplan in einer Pressemitteilung am 7.9.2016. Die neue Tarifstruktur der DEW ist unübersichtlich und verwirrend. Mit Kaffee-Gutscheinen und Handwerker-Dienstleistungen, die nichts mit dem Stromprodukt zu tun haben, sollen Kunden angelockt werden. Zudem fehlt es an einer tabellarischen Übersicht, mit der die Kunden die bisherigen Tarife mit den neuen Produkten vergleichen können. Kritikwürdig ist auch die Verwendung des Begriffs Ökostrom. Die DEW-Werbung suggeriert, dass der Kunde gegen einen Mehrpreis von einem halben Cent pro kWh reinen Ökostrom beziehen könne. Das ist aber reiner Etikettenschwindel, weil der Strommix von DEW weiterhin zu 33 Prozent aus Kohle und 9 Prozent aus Atomstrom stammt. Wir empfehlen deshalb weiterhin die vier echten Ökostromanbieter (Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace Energie und EWS Schönau). Unser Vergleichsrechner zeigt, dass echter Ökostrom nicht teurer ist als DEW-Strom.

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