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Kreisgruppe Dortmund

Luftreinhaltung in Dortmund

Aktion am Borsigplatz am 1.4.2005  (BUND Dortmund)

Immer noch Handlungsbedarf sieht der BUND in Sachen Luftreinhaltung in Dortmund. Zwar ist die Schadstoffbelastung der Luft in den letzten Jahren insbesondere beim Feinstaub PM10 zurückgegangen, aber der Grenzwert für Stickstoffdioxid NO2 von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird an etlichen Hauptverkehrsstraßen weiterhin überschritten. Hauptverursacher sind Dieselfahrzeuge, deren Anzahl sich von 83.900 im Jahr 2013 auf 98.110 im August 2017 erhöht hat. Der Grenzwert für NO2 wurde im Jahr 2016 nicht nur an 3 von 4 Messstationen überschritten (Brackeler Straße: 51 µg/m³, Rheinlanddamm: 48 µg/m³, Westfalendamm: 43 µg/m³), sondern nach Simulationsrechnungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) aus dem Jahr 2010 an weiteren Straßen, u.a. Mallinckrodtstraße, Immermannstraße, Ruhrallee, Bornstraße, Schützenstraße, Märkische Straße, Rheinische Straße, Faßstraße. 

Etwa ein Drittel dieser Straßen liegt außerhalb der derzeit gültigen Umweltzone. Laut LANUV sind 12 Prozent aller Straßen als kritisch bzw. hoch belastet zu betrachten. Die Wahrscheinlichkeit, an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, nimmt je 15 µg/m³ um 50 % zu. Wir unterstützen deshalb die Absicht der Deutschen Umwelthilfe, auch für Dortmund Fahrverbote für Dieselfahrzeuge durchzusetzen, falls die Grenzwerte nicht eingehalten werden.

Die im Luftreinhalteplan Ruhrgebiet Ost enthaltenen Maßnahmen (hierzu: BUND-Stellungnahme 2011) reichen bei weitem nicht aus. Wir halten es für dringend erforderlich, die Umweltzone auf die gesamte Nordstadt und den Hafen auszudehnen. Ferner fordern wir die Einführung einer „blauen Plakette“, die nur jene Dieselfahrzeuge erhalten würden, die beim Abgas die strengen Grenzwerte für Stickstoffdioxid der Euro-6-Norm erfüllen. 

Des Weiteren regen wir ein Routenkonzept für die weiträumige Umlenkung des überregionalen Lkw-Verkehrs auf das Autobahnnetz, die Lkw-Maut auf der B 1 sowie eine effizientere Organisation des Lieferverkehrs (City-Logistik) an. In der Umweltzone sollte auch aus Gründen der Verkehrssicherheit flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden. In der Nordstadt würde dies z.B. für die Immermannstraße und Mallinckrodtstraße gelten. Ende 2017 hat die B1-Initiative Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die Stadt Dortmund eingereicht, weil immer noch kein ganztägiges Durchfahrtverbot für LKW ab 4,5 Tonnen umgesetzt wurde.

Neben dem Straßenverkehr müssen aber auch die anderen Verursacher betrachtet werden. Von den in Dortmund im Jahr 2012 ausgestoßenen 4.431 Tonnen Stickstoffdioxid (2004: 7.715 t) entfallen auf den Verkehr 2.340 Tonnen (2004: 3.746 t) auf Industrie und Kraftwerke 1.655 Tonnen (2004: 3.039 t) und auf Kleinfeuerungsanlagen 434 Tonnen (2004: 928 t).

Bei den Feinstäuben (PM10) sieht es so aus: Von den im Jahr 2012 in Dortmund emittierten 319 Tonnen (2004: 514 t) entfallen auf den Verkehr 225 Tonnen (2004: 292 t), auf Industrie und Kraftwerke 54 Tonnen (2004: 166 t) und auf Kleinfeuerungsanlagen 40 Tonnen (2004: 55 t).

Internetlinks:

LANUV-Emissionskataster 
Luftreinhalteplan Ruhrgebiet Ost (2011)
Luftreinhalteplan Ruhrgebiet Ost - Maßnahmenstand (2016)

Lärmaktionsplan Dortmund

Nach einem umfangreichen Beteiligungsprozess hat der Rat der Stadt Dortmund am 7.5.2015 den Lärmaktionsplan verabschiedet und die Anregungen der Naturschutzverbände - überwiegend ablehnend - abgewogen (s. Anhang 4, S. 284-292). Die Naturschutzverbände hatten in ihrer gemeinsamen Stellungnahme eine Überarbeitung des Entwurfs des Lärmaktionsplanes gefordert. Sie bemängelten die verspätete Aufstellung des Planes und regten eine verbesserte Öffentlichkeitsbeteiligung analog der Stadt Hamburg an. Ferner sollten die kumulativen Wirkungen verschiedener Lärmquellen betrachtet und eine Verzahnung mit der Luftreinhalteplanung vorgenommen werden. Für sämtliche Hauptverkehrsstraßen mit einer Belastung von mehr als 15.000 Kfz/Tag sollten detaillierte Einzelmaßnahmen entwickelt werden. Der Anregung der Naturschutzverbände zur Ausweisung des Umweltkulturparks und des Bereichs um den Rüpingsbach als "Ruhiges Gebiet" wurde leider nicht entsprochen. Auch die Forderung, ausgewiesene "ruhige Zonen" als Tabuzonen für verlärmende Infrastruktur (z.B. L663n in Asseln/Wickede) zu definieren, wurde nicht berücksichtigt. Aufgenommen wurde hingegen unsere Anregung, bei Straßenneubauplanungen die prognostizierte zusätzliche Lärmbelastung im Freiraum ("ruhiges Gebiet") der möglichen Entlastung im Siedlungsraum entgegen zu stellen. 

Messwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid 2011-2016

Seit über 14 Jahren

Das Thema „Luftverschmutzung durch Straßenverkehr“ beschäftigt uns schon seit 2005. Damals haben wir mit Unterstützung unseres Landesverbandes und der Deutschen Umwelthilfe einen Aktionsplan zur Luftreinhaltung in Dortmund durchgesetzt. Hierzu haben wir am Borsigplatz (damals die kleinste Umweltzone Europas) demonstriert, wo die zweithöchsten Feinstaubwerte in NRW gemessen wurden. Am 4.8.2009 demonstrierten wir erneut für eine große Umweltzone am Borsigplatz. Hier finden Sie einige Pressemitteilungen von damals:

01.04.2005:
Feinstaubbelastung in Dortmund: Nur gezieltes und flächendeckendes Verkehrskonzept hilft der Stadt weiter

08.04.2005: 
Umweltverbände BUND und DUH stellen Antrag auf Lkw-Fahrverbot

13.04.2005:
Feinstaub: Stadt Dortmund lenkt ein 

04.08.2009: 
Verbändekampagne fordert Ausweitung der Umweltzone sowie besseren Rad- und Nahverkehr für Dortmund

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