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Kreisgruppe Dortmund

Klimaschutz in Dortmund

Seit 1993 ist die Stadt Dortmund Mitglied im „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.“ Damit hat sie sich gemeinsam mit über 1.300 Kommunen aus 17 europäischen Ländern das Ziel gesetzt, ihre CO2-Emissionen aus dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2030 um 50 % zu reduzieren. Für die Stadt Dortmund würde das eine Reduktion von 6 Millionen Tonnen (1990) auf 3 Mio. Tonnen bedeuten. 

Der Endenergieverbrauch in Dortmund betrug im Jahr 2012 insgesamt rund 14.000 Gigawattstunden (GWh). Daraus resultieren insgesamt CO2-Emissionen von gut 4,5 Millionen Tonnen (7,8 t pro Einwohner). Auf die Sektoren entfielen: Verkehr: 34 %, private Haushalte: 32 %, Wirtschaft: 32 %, Kommunale Gebäude: 2 % (s. Ratsvorlage "CO2-Bilanz 2012" vom 29.9.2016). Das vom Klimabündnis angestrebte Ziel von 2,5 Tonnen CO2 pro Einwohner liegt in weiter Ferne.

Was die Aufstellung einer CO2-Bilanz betrifft, schloss sich die Stadt Dortmund im Jahr 2013 der Initiative des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) an. Die Bilanz des RVR rechnet mit CO2-Äquivalenten. Dies bedeutet, dass neben CO2 auch weitere klimarelevante Treibhausgase (z.B. Methan und Lachgas) berücksichtigt werden und in Abhängigkeit von ihrer klimaverändernden Wirksamkeit als CO2-Äquivalente zu den CO2-Emissionenen addiert werden.  Frühere Bilanzen für Dortmund (bis 2010) berücksichtigten nur die reinen CO2-Emissionen. 

Im lokalen Klimaschutzkonzept von 1996 hatte sich der Rat der Stadt Dortmund verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2005 um 25 % zu senken. Mit einer Reduktion der CO2-Emissionen von 6 Mio. t im Jahr 1990 auf 4,5 Mio. t im Jahr 2005 wurde quasi eine Punktlandung hingelegt, die allerdings zu einem großen Teil durch die Stilllegung energieintensiver Industrieanlagen erreicht wurde.

Sorgenkind ist und bleibt der Verkehrssektor; hier gibt es eine drastische Zunahme der CO2-Emissionen (1990: 0,9 Mio. Tonnen, 2005: 1,08 Mio. t, 2012: 1,55 Mio. t), wobei darauf hingewiesen werden muss, dass die Zahlen für 2012 in CO2-Äquivalenten angegeben sind, während die Zahlen davor reine CO2-Emissionen waren. 

Der Flugverkehr ist mit 14 % an den Verkehrsemissionen beteiligt (Stand 2012). Im Jahr 2005 lag der Anteil noch bei 2,6 %, wobei damals für die Bilanzierung das Territorialprinzip galt, wonach nur die Starts und Landungen am Flughafen Wickede sowie die dabei über dem Stadtgebiet verursachten Emissionen berücksichtigt wurden. Mit der Einführung von Ecospeed als einheitliches Bilanzierungstool - für Dortmund gilt dies seit 2008 - hat sich das geändert. Nun werden die Emissionen des Flugverkehrs über die kommunenspezifische Einwohner- und Erwerbstätigenzahl ermittelt, sie sind also nicht direkt abhängig vom Verkehrsaufkommen des Dortmunder Flughafens. Aufgrund der völlig unterschiedlichen Bilanzierungsmethodiken sind die Zahlen nicht vergleichbar.

Handlungsprogramm Klimaschutz

Für die Stadt Dortmund wurde im Jahr 2010 mit allen relevanten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteuren ein Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 erarbeitetet, das im März 2011 vom Rat der Stadt Dortmund verabschiedet wurde.

Es umfasst drei Teilvorhaben

(1) Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 Dortmund - Abschlussbericht
(2) Dienstleistungszentrum Energieeffizienz
(3) Strategien für den Ausbau erneuerbarer Energien und zur Verbesserung der Wärmeinfrastruktur

Schwerpunkte des Handlungsprogramms sind die energetische Altbausanierung, der effektive Umgang mit Strom und der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Umsetzung wird auf Basis einer zweijährig neu berechneten CO2-Bilanz geprüft. Für die Umsetzung der Maßnahmen sorgt die in 2012 neu eingerichtete Koordinierungsstelle Klimaschutz/Klimafolgenanpassung im Umweltamt, die auch Anlaufstelle für die Klimaschutzakteure in der Stadt ist.

Einen Beitrag zum Klimaschutz leistet auch der Masterplan Energiewende, der am 10. April 2014 vom Rat der Stadt Dortmund verabschiedet wurde.

Eine private CO2-Bilanz kann man z.B. mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes erstellen. 

Steag-Deal - Protest vor dem Rathaus erfolgreich!

Demo gegen Steag vor dem Dortmunder Rathaus am 19.02.2017  (Campact)

Mit einem riesigen Braunkohlemeiler aus Pappmaché protestierten wir am 18. Februar 2016 zusammen mit unserem Landesvorsitzenden Holger Sticht vor dem Rathaus gegen den geplanten Einstieg der Steag in die Lausitzer Braunkohle. Dortmund war die einzige Kommune, die sich nicht eindeutig gegen den Steag-Deal ausgesprochen hatte. Thomas Quittek übergab bei der Aktion fast 3000 Unterschriften unter eine von ihm gestartete Online-Petition an die Vertreter der vier Ratsfraktionen. Norbert Schilff (SPD) und Ulrich Monegel (CDU) lehnten eine klare Positionierung ab, da es noch nichts zu entscheiden gäbe. OB Ullrich Sierau hatte schon die Entgegennahme der Petition verweigert. Aufgrund der Intervention anderen Städte wie Bochum und Essen zog die Steag ihr Angebot zurück. Die Steag ist ein defizitäres Unternehmen, das überwiegend Kohlekraftwerke hält. Wohl auch deshalb hat die Dortmunder Energie und Wasser (DEW21) beschlossen, ihre Anteile von 18 Prozent an die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) zu übertragen.  

Frackingfreie Gemeinde - Rat folgt BUND

Der Rat der Stadt Dortmund hat sich am 19.2.2015 mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Grüne und LINKEN auf Anregung des BUND zur "Frackingfreien Gemeinde" erklärt. Die SPD und die GRÜNEN hatten fast wortgleiche Anträge eingebracht. Zwar gibt es derzeit keine konkreten Pläne für Dortmund, aber im Ruhrtal hat sich bereits die Firma Wintershall die Rechte für Probebohrungen gesichert. Die Nachbarkommunen Kamen, Hamm, Hagen, Schwerte und Ennepe-Ruhr-Kreis hatten bereits früher durch politische Beschlüsse das Fracking auf ihrem Stadt- bzw. Kreisgebiet abgelehnt.

Der Rat der Stadt Dortmund hat zwar am 26.9.2013 aufgrund einer Bürgereingabe einen Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnis genommen, in dem auf eine Antwort auf eine GRÜNEN-Anfrage von 2011 verwiesen wird, aber keinen eigenen Beschluss gefasst.

Die Bundesregierung hat Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, um die Förderung von Erdgas und Erdöl mittels Hydraulic Fracturing (Fracking) zu regulieren. Obwohl die Regierung den Gesetzesentwurf als „die strengsten Regeln, die es in dem Bereich jemals gab“ bezeichnet, würde er de facto der extrem risikoreichen und teuren Fracking-Technologie in Deutschland den Weg bereiten.

Fracking ist eine Hochrisikotechnologie, die mit nicht verantwortbaren Eingriffen in die Natur verbunden ist und die Lebensqualität stark beeinträchtigen könnte – etwa durch Verschmutzungen des Grund- und Trinkwassers durch verpresste Abwässer, Bohr- und Transportunfälle, Verseuchung der Böden durch Leckagen in den Rohrleitungssystemen oder zunehmende Lärm- und Schadstoffbelastungen an Förderplätzen und Zufahrtswegen.

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