Rätsel 2. Quartel 2024

Quartal 2 (April bis Juni)

Hallo, du bist auf der Rätselseite für das zweite Quartal (April bis Juni) gelandet. Im ersten Teil unseres Rätsels hast du schon die ersten Zusammenhänge zwischen Pflanzen und Tieren kennengelernt.

Wertvolle Mini-Ökosysteme findest du auch an Wegrändern, zwischen Pflasterritzen und in Asphalt in der Großstadt. Nach fünf dazu gehörenden Pflanzen fragen wir in unserem Rätsel.
Weiter unten findest du mehr zum Thema Ritzenrebellen und eine Beschreibung, wie du an der Aktionswoche #KRAUTSCHAU vom 18. - 26.5.2024 als Bürgerwissenschaftler*In teilnehmen kannst. Bitte deine Eltern um Hilfestellung.

In diesem Rätsel geht es darum fünf Ritzenrebellen zu erkennen, lies dir die Beschreibungen für Gänseblümchen, strahlenlose Kamille, kleine Braunelle, Löwenzahn und Vogelmiere aufmerksam durch und versuche zu erschließen welches Foto dazu gehört. Also wenn du denkst Pflanze D ist eine kleine Braunelle, notierst du dir dies, um es später in den Lösungsbogen einzutragen.Unter allen Teilnehmenden, die bis zum 30. Juni 2024 die richtigen Lösungen eingesendet haben, verlosen wir im Juli drei Preise. (Alles ohne Gewähr, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, bitte verklagt uns nicht.)

Fotografieren und gewinnen
Darüber hinaus möchten wir euch ermuntern, hinauszugehen, in euren Garten, den nächsten Park oder Wald und Bienen auf Blüten zu suchen, sie zusammen zu fotografieren und uns bis zum 30. Juni 2024 ein Bild zu schicken. Für die drei schönsten Fotos gibt es einen Preis.

Fotografieren und gewinnen Teil 1 Wildbiene und Ritzenrebell
Sende uns ein selbstgemachtes Foto von einem der fünf Ritzenrebellen aus dem Rätsel mit einer Wildbiene.

Fotografieren und gewinnen Teil 2 Holzbiene (Info siehe unten)
Sende uns ein selbstgemachtes Foto von einer Holzbiene in ihrem Lebensraum. Das schönste Foto erhält als Sonderpreis das Buch „Das wächst in Deiner Stadt“.
Eine Auswahl der eingesendeten Fotos stellen wir (mit Vorname und Alter) auf unserer Homepage in eine Galerie.Ihr seid euch nicht sicher, was ihr fotografiert habt? Die Apps ObsIdentify oder Flora Incognita können euch bei der Bestimmung weiterhelfen.
Ab Juli könnt ihr am nächsten Rätsel teilnehmen und habt eine weitere Chance, etwas zu gewinnen.

Pflanze A  (Rita-Maria Schwalgin)
Pflanze B
Pflanze C
Pflanze D
Pflanze E

1 - Kleine Braunelle

Prunella vulgaris

Mein Name Braunelle geht wohl auf „Bräune“ zurück, eine frühere Bezeichnung für die Krankheit Diphtherie, gegen die Prunella angeblich helfen sollte. 5 - 30 cm werde ich groß, bin immergrün und habe leuchtend blaue Blüten mit bräunlichen Kehlchen, die am Ende des Stängels wie ein Quirl aussehen. Die Blütezeit ist von Juni bis September Meine Blüten bestehen aus einer dreigeteilten Unterlippe und einer helmförmigen Oberlippe. Der Stängel ist vierkantig, die Blätter stehen sich genau gegenüber, von oben gesehen wie ein Kreuz. Die Merkmale Blüte, Unterlippe, Oberlippe und vierkantiger Stängel sowie Blätterstellung ordnen mich der Familie Lippenblütengewächse zu. Ich wachse auf nährstoffreichen Böden, in Zierrasen, an Wegrändern und in Pflasterritzen. Häufiges Mähen überstehe ich, weil ich so klein bin. Honigbienen, Hummeln und viele andere Wildbienen besuchen mich fleißig.
Und nun eine Besonderheit zu meinen Samen und deren Verbreitung, die du herausfinden sollst. Suche einen Fruchtstand mit reifen Samen und fotografiere ihn. Was passiert und wie schnell, wenn Regentropfen auf den Fruchtstand mit dem reifen Samen fallen? Oder probiere mal selbst mit einem Wasserzerstäuber.

 

2 - Strahlenlose Kamille

Matricaria discoidea

Ich gehöre zu den Neubürgern = Neophyten, bin hierher verschleppt seit etwa 1850 von Nordamerika und Nordasien. Man hielt mich damals in Botanischen Gärten für eine ganz besondere Art, weil ich im Gegensatz zu allen anderen Kamillearten nur Röhrenblüten, aber keine Zungenblüten hatte. Wie Echte Kamille, Gänseblümchen und Löwenzahn gehöre ich auch zur Familie der Korbblütengewächse. 5 - 30 cm werde ich groß, blühe von Juni bis August an trockenen Wegrändern, in Pflasterfugen. Meine Bestäuber sind vor allem Fliegen. Eine Wildbienenart, eine spezielle Maskenbiene (typische Gesichtsmaske), sammelt vor allem meinen Pollen. Meine Blüten duften zwar etwas nach Kamille, aber ich habe keine Bedeutung in der Heilkunde im Gegensatz zur Echten Kamille. Bei Regen quellen meine Samen schleimig auf und verkleben miteinander. Als typische Trittpflanze vermehre ich mich über Schuhsohlen, Fahrrad- und Autoreifen.

 

3 - Löwenzahn

Taraxacum officinale

Kuhblume, Maiblume, Butterblume, Pissblume, Pusteblume: eine gute Beschreibung für meine Eigenschaften, Behandlung und Verwendung. Ich bin Stickstoffzeiger, liebe nährstoffreiche, tiefgründige Böden, kann aber auch in stark besonnten Pflasterritzen wachsen.; bleibe dann aber meist klein (10cm) und habe Blätter, die wie Löwenzähne aussehen. Meine Hauptblütezeit ist Mai-Juli. Ich gehöre zu den Korbblütengewächsen mit bis zu 200 einzelnen Zungenblüten pro Körbchen. Der bittere, klebrige, milchige Saft in allen Pflanzenteilen enthält Abwehrstoffe und schützt mich vor gefräßigen Larven, Infektionen und sorgt außerdem für einen schnellen Wundverschluss. Ich werde gern von Kaninchen gefressen; Wild- und Honigbienen sammeln den reichlich vorhandenen Nektar und/oder Pollen; aber auch Käfer und Schmetterlinge. Vögel fressen gern die Samen, die an dem Fallschirm hängen. Bei trockenem Wetter und ordentlich Wind kann ich fast 10 km weit fliegen. Versuch doch mal mit kräftigem Pusten den Schirm in die Lüfte zu kriegen. Und noch ein Tipp: Wenn du den Blütenstiel abschneidest, an der Schnittstelle ein paarmal mit dem Fingernagel einritzt und in Wasser legst, passiert etwas! Mache ein Foto davon und suche nach der Erklärung! Mache außerdem eine Nahaufnahme von dem Flugschirm und gucke die Konstruktion genau an.

 

4 - Gänseblümchen

Bellis perennis

Mich kennen alle. Kein Wunder! Denn ich wachse im Rasen, in kurzgrasigen Wiesen, am Wegrand, in Pflasterritzen und Asphalt und werde auch für Pflasterstein-Blühmischungen gerne benutzt. Ich liebe sonnige Standorte. Mähen schadet mir nicht, weil ich so klein bin und meine Blattrosette mit Knospen und Blüten eng am Boden anliegt. In wärmeren Regionen blühe ich auch im Winter, bin also ein Dauerblüher. Mit Frost bis zu minus 15 Grad werden meine Blüten noch fertig. Sie schließen sich und werden rosa bis rötlich. Meine Frostschutzmittel funktionieren sehr gut. Wie auch Löwenzahn und Strahlenlose Kamille gehöre ich zur Familie der Korbblütengewächse, habe jedoch am äußeren Blütenrand viele einzelne weiße Zungenblüten und in der Mitte viele gelbe Röhrenblüten. Meine Samen sind nur 1mm lang und werden durch Wind, Tiere und Regen verbreitet. Zusätzlich vermehre ich mich auch noch durch Ausläufer. Aus mir werden Kränze geflochten, meine Blütenkörbchen in geringen Mengen als Salatbeilage zugegeben und der Saft der zerquetschten Blätter auf Insektenstiche gerieben. Käfer, Fliegen, Pflanzenwanzen (keine Bettwanzen!), Honigbienen und Wildbienen nehmen mich als Futterquelle. Kaufe aber keine gefüllten Bellis/Tausendschön. Bei ihnen sind meist alle Futterquellen weggezüchtet.
Ein kleiner Versuch für dich mit unserem normalen Gänseblümchen. Bei kühler Witterung schließen sich die Körbchen. Tippe doch einige Male vorsichtig auf die geschlossenen Zungenblüten. Vermutlich passiert etwas!

 

5 - Vogelmiere

Stellaria media

Ich gehöre zu den Dauerblühern, du kannst meine Blüten bei wärmerem Wetter manchmal sogar im Winter sehen. Hauptblütezeit ist jedoch von März bis Oktober. Je nach Wuchsort werde ich 5 – 30 cm hoch, habe 5 weiße Blütenblätter= Kronblätter, die fast bis zum Grund geteilt sind und so scheinbar nach 10 Kronblättern aussehen. Meine Stängel sind immer wie ein V verzweigt, ein typisches Kennzeichen für meine Familie, die Nelkengewächse. Ich habe breit-eiförmig bis spitze Blätter. Die Stängel zeigen dir eine gute Bestimmungshilfe, ob ich wirklich eine Vogelmiere bin. Jeder Stängel hat einen in einer einzigen Linie herablaufenden Haarstreifen. Schon seit der Steinzeit bin ich dem Menschen durch die Welt gefolgt, bin also Alteinwanderer und Kulturfolger. Du findest mich heutzutage nahe am Boden liegend in Pflasterritzen, auf Wegen, Äckern, in Gärten; die Böden sind meist sehr nährstoffreich. Ich bin sehr vermehrungsfreudig, denn abgerissene Stängelteile bewurzeln sich schnell; außerdem bilde ich pro Jahr 4mal Samen. Vögel finden das super, denn sie fressen sehr gern alle meine grünen Teile und natürlich die Samen. Früher haben mich viele Menschen als lästiges Unkraut herausgerissen. Spätestens seit dem Klimawandel haben jedoch etliche erkannt, dass die Vogelmiere den Boden feucht hält und auch im Winter den Boden schützt.
Außer Vogelmiere nennt man mich auch Hühnerdarm. Nimm mal ein paar Stängel und ziehe sie einzeln auseinander. Mache ein Foto und erkläre dir den merkwürdigen Namen.

 

Info: Holzbiene

Blauschwarze oder Große Holzbiene

Blauschwarze Holzbiene  (jggrz / Pixabay)

Xylocopa violacea

Die Wildbiene des Jahres 2024!
Mit 20 - 30 mm Länge bin ich eine der größten Bienenarten in Mitteleuropa. Viele verwechseln mich mit einer Hummel. Mein gesamter Körper ist blauschwarz. Auch meine Flügel sind dunkel und schillern intensiv blau. Meine Flügel sind im Gegensatz zu denen der Hummeln undurchsichtig. Wenn ich herumfliege, bin ich mit meinem kräftigen Brummton nicht zu überhören. Einen Stachel besitze ich zwar, bin aber sehr friedlich.
Ab Anfang April paare ich mich, nage dann Nistplätze in Totholz, das ich reichlich brauche. In jede Brutzelle packe ich ein verklebtes Pollen-Nektarpaket. Die Trennwände der Einzelzellen mache ich aus abgenagtem Holz, vermischt mit meiner Spucke.
Totholz von alten Obstbäumen mag ich als Brutstätte ganz besonders. Bei den Blütenpflanzen hole ich mir Nektar und Pollen von mehr als 85 Pflanzenarten, bin also nicht wählerisch. Vor dem Jahr 2000 war ich in Dortmund nicht zu finden, aber danach sind die ersten Großen Holzbienen auch in NRW erschienen.  Vermutlich hat der Klimawandel auch hier kräftig geholfen und dass das Totholz häufiger liegen gelassen wird.
Wir sind gespannt, ob dir ein Bild von der Blauschwarzen Holzbiene gelingt. Sie ist nämlich sehr flink.

 

Ritzenrebellen

Kleine Helfer – zu häufig unbemerkt

Krautschau mit Löwenzahn  (Philipp Kotthoff / BUND Dortmund)

Wir möchten euch einladen auf die Suche zu gehen und in eurer Umgebung Ritzenrebellen zu finden.

Ritzenrebellen findet ihr auf dem Bürgersteig, auf Plätzen, an Hausmauern, in Mauerritzen, an vielen Stellen im Asphalt der Stadt. Ritzenrebellen sind kleine grüne Inseln aus einer Vielzahl von Kräutern, Gräsern und Moosen. Häufig unbemerkt bilden diese an die rauen Bedingungen der Zivilisation angepassten Pflanzen kleine Ökosysteme und sind Nahrungsquellen für Insekten.

Und die Ritzenrebellen verbessern sogar das Klima für uns Menschen in der Stadt, indem sie Feuchtigkeit speichern, Staub binden und zu Kühlung an heißen Sommertagen beitragen.

Mach mit bei der Krautschau!

Du kannst als Bürgerwissenschaftler*in erfolgreich gegen Pflanzenblindheit kämpfen, denn es gibt über 500 Wildpflanzenarten, die in Stadt und Dorf trotz heftigster Belastungen dennoch als Ritzenrebellen überleben. Wir müssen sie schützen, weil sie Staub binden, Feuchtigkeit halten, Kühlung spenden, Insekten Nahrung bieten und so dem Klimawandel trotzen. Aber kaum jemand kennt sie! #Krautschau will das ändern. Und du kannst dabei helfen.

Was brauchst du dafür?

  • Handy
  • Auf der Seite https://floraincognita.de/krautschau/ gemeinsam mit deinen Eltern alles durchlesen.
  • Kostenlose App Flora Incognita oder ObsIdentify über Play Store /App Store  einrichten (dies musst  du  mit deinen Eltern besprechen) und in der App das Projekt KRAUTSCHAU freischalten.
  • Weiße/bunte Kreide

Was kannst Du machen?

  • Pflanze finden und bestimmen
  • Kreidepfeil zeichnen mit Pfeilspitze zur Pflanze und deutschen Namen der Pflanze dazu schreiben.
  • Ritzenpflanze mit App direkt fotografieren, bestimmen und den Fund unbedingt mit dem grünen Haken in der (bei Flora Incognita) rechten oberen Ecke bestätigen

Erwachsene und Kinder lernen mit Sicherheit so ganz nebenbei ein paar Ritzenpflanzen kennen, von denen sie vorher noch nie etwas gehört hatten. Und die Wissenschaftler kennen nun auch alle Standorte und Pflanzenarten. Je mehr Leute mitmachen desto besser.

 

Quiz

Quiz

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